Hat eine Demokratie Grenzen?

Freitag, 22. Januar, 2016 4 No tags Permalink 8

Infosperber, 09.02.2016

Angesichts der Durchsetzungsinitiative drängt sich diese Frage auf. Die Antwort sei vorweggenommen: Wir können nicht schalten und walten wie absolutistische Könige. Handeln nach Treu und Glauben (Art. 5 Abs. 3 BV; moralischer Anspruch ans Handeln in der öffentlichen Sphäre!) ist eine unmittelbare Bürgerpflicht, die die Initianten verletzen (verkappter Angriff auf unsere Verfassung, der sich des Feindbildes «kriminelle Ausländer»  als Vehikel bedient), und eine Demokratie hat Grundlagen und Grenzen (Art. 5 Abs. 1 BV). Dies muss deutlich ausgesprochen werden angesichts der Durchsetzungsinitiative, die in Missachtung von Art. 5 Abs. 2 und Abs. 4 BV das Verhältnismässigkeitsprinzip und das Völkerrecht gezielt verletzen will.

In Artikel 5 unserer Bundesverfassung kommt vieles, fast alles zusammen, was eine Demokratie ausmacht! In Verbindung mit Artikel 8 BV (Gleichheit und Diskriminierungsvebot) bildet er eine sogenannte «Ewigkeitsnorm», die nicht zur Disposition steht. Nicht zur Disposition stehen – anders ausgedrückt – die unteilbare Freiheit und unantastbare Würde jedes Menschen. Die Demokratie steht in deren Dienst. Die gleiche Freiheit und gleiche Würde von Schweizern ohne schweizerische Staatsangehörigkeit («Ausländern») wird durch die SVP-Initiative verletzt. Damit ist diese Initiative auch zutiefst undemokratisch.

Rechtslogische Grenzen der Demokratie

Das Volk kann und darf im Rahmen einer freiheitlichen Demokratie nicht alles, was ihm beliebt, sonst ist die Demokratie keine Demokratie mehr. Schon aus rechtslogischen Gründen kann etwa das Grundrecht der Meinungsäusserungsfreiheit nicht abgeschafft werden, weil es Grundlage dafür ist, dass sich eine Mehrheitsmeinung überhaupt bilden und in einer Volksabstimmung als Volkswille artikulieren kann. Dasselbe gilt für die Versammlungsfreiheit oder die Pressefreiheit, die ebenfalls im Dienst des freien Meinungsbildungsprozesses stehen. Man kann auch keine Minderheiten vom Stimmrecht ausschliessen, etwa Angehörige einer bestimmten Partei, weil sonst das nächste Abstimmungsergebnis nicht mehr ein Mehrheitsentscheid aller Bürgerinnen und Bürger wäre.

Dass also auch eine Demokratie Grenzen hat, die in ihrer eigenen Logik liegen, kann folglich nicht bestritten werden. Mit dieser Einsicht wäre schon viel gewonnen.

Wo liegen diese Grenzen der Demokratie?

Wo genau die Grenzen der Demokratie liegen, lässt sich nicht leicht beantworten. Grundsätzlich gilt: Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie sind voneinander abhängig, und richtig verstandene Volkssouveränität ist «nur gegeben, wenn Menschen mit gleichen Teilnahmerechten sich eine Ordnung geben, die auch gleiche Teilnahmerechte für alle schafft» (alt Bundesrichter Giusep Nay in Anlehnung an Jürgen Habermas).

Es fragt sich, ob auch Ausländer von den Grenzen einer Demokratie «profitieren» müssen, damit die Demokratie «gewahrt» bleibt. Dazu muss von einer rein funktionalen Betrachtungsweise auf die Werteebene gewechselt werden. Denn die rein funktionale Betrachtungsebene stellt ab auf das nationalstaatliche Funktionsgefüge «Demokratie», das nur dank vielen Voraussetzungen funktioniert (Andi Gross sprach in diesem Zusammenhang bildlich von 200 Mosaiksteinen der Demokratie); und für dieses Funktionsgefüge spielen Ausländer insofern keine Rolle, als sie keine politischen Rechte geniessen.

Oberster Wert der Demokratie ist das Individuum (die Person) und seine Würde

Wenn die Staatsform Demokratie Ergebnis einer aufklärerischen Werthaltung ist, in der das Individuum (und «das Volk» verstanden als Gesamtheit der Individuen als Individuen, ) zuoberst steht, muss man allen Menschen denselben Respekt entgegenbringen und grundsätzlich allen Menschen gleiche Freiheitsrechte einräumen («Freiheit ist unteilbar»).

Das Mass aller Dinge ist der Mensch. Das Individuum (und nur es!) besitzt eine unbedingte Würde, weil es Ort einer ontologischen Negativitäts-, Unverfügbarkeits- oder Transzendenzerfahrung ist («Gotteskindschaft»). Es ist der Ort, in dem das Leben zu sich selbst erwacht. Wenn eine Mehrheit Angehörige einer Minderheit unterdrückt, handelt sie gegen den Geist der Demokratie.

Ideologien der Ungleichwertigkeit (gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Diskriminierung von Minderheiten, «Rassismus») sprechen Menschen aufgrund äusserlicher Merkmale (Herkunft, Religion, Geschlecht, sexuelle Ausrichtung usw.) die gleiche Würde und gleiche Freiheitsrechte ab.

Die Gesellschaft sollte sich überlegen, wie sie den Menschen wieder mehr Anerkennung gibt. Denn es sind nicht selten die «entrechteten» Mitglieder der Gesellschaft, diejenigen, die sich ausgegrenzt und ohnmächtig fühlen, die gesellschaftlich ausgebeutet werden, die nicht mehr gebraucht werden, die an Grenzen irgendwelcher Art stossen, auch und gerade an ihre eigenen, die sich zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Schwulenfeiundlichkeit usw.) hinreissen lassen.

In «Underdogs» (beschönigend: «Gästen») lässt sich, mit dem Philosophen Karl Jaspers gesprochen, die eigene, als jämmerlich und elend empfundene Existenz stellvertretend hassen oder verachten und damit letztlich als eine endliche, fundamental begrenzte verleugnen. Der Mensch ist dazu verführbar, Bedrohung (die sich in der Angst bekundende Transzendenz oder Negativität) und Begrenztheit (die sich in der Scham bekundende transzendente Existenz) in Seiendem abzuwehren. Abgewertete werden so zur Selbstüberhöhung und Selbstvergötterung (Idiolatrie) missbraucht. Auf sie lässt sich Bedrohung und Begrenztheit übertragen und damit objektivieren, was ein Gefühl der Kontrolle über Ohnmacht gibt.

Individuelle und kollektive Versuche der Selbstvergötterung und des Selbstbetrugs auf Kosten anderer sind der farcenhafte Aspekt der menschlichen Unzulänglichkeit. Dieser menschlichen Neigung zum Machtmissbrauch, die Demagogen seit jeher schamlos zur Mehrung ihrer eigenen Macht ausnutzen (Identitätspolitik), muss das Recht widerstehen.

Für die SVP ist das Individuum nichts, das Volk alles

Der menschenverachtende Ausweisungsautomatismus, der die persönliche Situation der Betroffenen, die Schwere der Tat und das Verschulden überhaupt nicht berücksichtigt, spricht «Ausländern» ihre Menschenwürde ab.

Die Initianten sehen in sogenannten «Ausländern» eine blosse Manövriermasse: Menschen zweiter Kasse, die nach Lust und Laune (der «Volkswille» sei ja ganz frei) wieder wegschickt werden können. Dass es sich bei den meisten «Ausländern» um Mitglieder unserer Gesellschaft handelt, um unsere Mitmenschen, um Freunde, Ehepartner, Eltern und Kinder, blenden die Initianten aus.

Demokratie ist nicht Selbstzweck, Selbstzweck ist der einzelne Mensch. In einer reifen, zivilisierten Demokratie, in der «die Demokratie» und «das Volk» nicht zu Götzen verklärt werden, geniessen alle Menschen Anspruch auf Freiheit, Würde und eine gerechte Behandlung. Der individuelle Einzelfall muss immer berücksichtigt werden. Eine besondere Verantwortung  bezüglich der Einhaltung des Respekts vor jedem Menschen tragen wir für Mitmenschen im eigenen Herrschaftsbereich.

Für die SVP ist das Individuum nichts, das Volk alles. Wir kennen diese illiberale, totalitäre Position aus der Geschichte. Wer Angehörige von Minderheiten unterdrückt oder ihnen gleiche Rechte und gleiche Würde abspricht, missachtet den obersten Wert der Demokratie. Damit wird auch die Demokratie wertlos.

Unterscheidung zwischen «wir» und «die anderen» als Grundlage und Grenze des Denkens

Manche sprechen sich für die unverhältnismässige Durchsetzungsinitiative aus, weil sie schlicht weniger Ausländer wollen. Für solche Leute ist es im Gegenteil verhältnismässig, nur die kriminellen Ausländer loszuwerden. Da helfen dann alle Argumente nichts. Die Unterscheidung zwischen «wir» und «die anderen» bildet Grundlage und Grenze ihres Denkens.

Erst recht nicht verstanden wird, wer dann noch die Grundlagen und Grenzen der Demokratie anspricht. Solchen Bedenkenträgern wird in kompletter Verkennung des Gehalts des Begriffes «Demokratie» (verstanden als Staatsform) unterstellt, die Demokratie abschaffen zu wollen – ganz egal, ob zu den Bedenkenträgern Rechtsprofessoren, Richter oder Intellektuelle gehören, also nicht Ahnungslose, Unerfahrene und Ungebildete. Sollten angesichts solcher Autoritäten doch gewisse Zweifel am eigenen Standpunkt und an der eigenen Auffassungsgabe aufkommen, werden sie mit Verschwörungstheorien beseitigt («die Elite hat sich gegen die Demokratie verschwört»). Man will sich schliesslich in seiner Angst- und Schamabwehr nicht stören lassen, welche Sündenböcke als Projektionsflächen brauchen. Das Problem hat nur bedingt mit fehlender Bildung zu tun, dieses Fehlen erleichtert nur (aber immerhin) die Abwehr der Störung.

Anwürfe wie «Demokratieverächter» oder «heimatmüder Landesverräter» sind wohl der Grund dafür, dass noch zu viele schweigen, obwohl es nötig wäre, dass sie ihre Stimme erheben. Denn hängen bleibt der Schmutz.

Solchen Unannehmlichkeit zum Trotz muss endlich ausgesprochen werden, dass auch eine Demokratie Grundlagen und Grenzen hat. Grundfreiheiten, Sozialrechte, Minderheitenschutz, Demokratie, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Völkerrecht sind gleichrangige Grundsätze oder Strukturprinzipien unserer Verfassung. Demokratie (verstanden als Strukturprinzip) ist ein Rad im Räderwerk Demokratie (verstanden als Staatsform). Mit der Überhöhung der Demokratie wird unsere ganze Staatsform auf eines ihrer Strukturprinzipien reduziert. Es muss in Erinnerung gerufen werden, dass ein freiheitlicher, demokratischer, gewaltenteiliger, sozialstaatlicher und völkerrechtlich eingebundener Rechtsstaat nur Demokratie heisst, aber noch vieles mehr ist.

Grundlage, Ziel und Grenze der Demokratie ist das Recht

Was Christoph Blocher als diktatorisch identifiziert, sind in Wahrheit die Sicherungssysteme gegen die Diktatur. Seine Tiraden bezwecken einzig und alleine die Untergrabung des Vertrauens in unseren Rechtsstaat. In einer kultivierten, aufklärerischen Demokratie herrscht nicht nur «das Volk», sondern in erster Linie das Recht und ein Gleichgewicht zwischen den Strukturprinzipien des Staates (Demokratie, Rechtsstaat, Sozialstaat usw., aber auch Bildungsstaat, Kulturstaat) und seinen Gewalten (Legislative, Exekutive, Judikative). Es bräuchte heute so etwas wie ein «Programm der Entmythologisierung» der Begriffe «Volk», «Unabhängigkeit», «Selbstbestimmung» und «Demokratie» (notabene auch wieder in der Theologie, überhaupt in allen Bereichen der Geltung, die Wissenschaften nicht ausgenommen).

Was die Demokratie betrifft, sollten aber nicht die Grenzen der Demokratie im Vordergrund stehen, sondern Grundlage und Ziel einer Demokratie. Alle drei sind identisch: In einer freiheitlich-demokratischen Ordnung ist der Schutz der unteilbaren Freiheit und unantastbaren Würde des Individuums (die unbedingte Geltung des Rechts der Rechtsidee nach) – primär! – Grundlage und Ziel allen staatlichen Handelns, auch des Handelns einer Mehrheit. Dieser Schutz ist das, was staatliches Handeln nach einem aufklärerischen, liberalen Verständnis überhaupt erst legitimiert. Nur deshalb bildet der Schutz der unteilbaren Freiheit und unantastbaren Würde des Menschen – sekundär! – auch eine Grenze staatlichen Handelns (Artikel 5 Bundesverfassung).

Demokratie (verstanden als Staatsform) hat die Ermöglichung, Respektierung und den Schutz der Freiheit und Entfaltung jedes einzelnen Individuums zum Zweck. Selbstzweck ist nach einem aufklärerischen, liberalen Verständnis der Mensch, jeder einzelne Mensch und nur der Mensch, nicht eine zum Götzen verklärte, exkludierende Nation, Gemeinschaft oder «Demokratie». (Nach «grüner» Werthaltung sind die Lebenschancen künftiger Generationen in diesen liberalen Grundgedanken mit einzubeziehen.) Der Staat (unsere Demokratie) steht im Dienst der Menschen, nur deshalb – und nur solange dies so ist! – stehen Menschen auch im Dienst des Staates, ist Staatsgewalt und Herrschaft einer Mehrheit legitim.

Der Volkswille ist folglich vorgespurt. Demokratie muss Gerechtigkeit wollen, Politik muss einen moralischen Anspruch haben, sonst ist die Demokratie keine Demokratie, ist Recht kein Recht mehr (Gustav Radbruch lässt grüssen). Der Souverän steht nicht losgelöst über dem Recht, er steht nicht ausserhalb der Verfassung – so wenig wie eine selbstbestimmte Schweiz ausserhalb Europas, der Welt und der Realität steht (Selbstbestimmung, die mehr sein will als ein Wahn, erfordert Anerkennung der begrenzenden Realität; dies gilt auch in anthropologischer Hinsicht). Inwieweit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie im Gegenteil einer Transnationalisierung bedürfen, um sie zu erhalten, wäre ein (mittlerweile leider randständiges) Thema für sich, das für viele in Verkennung oder Übergehung unseres wohlverstandenen Interesses ebenfalls des Teufels ist.

Ausweisungsautomatismen, die so weit gehen wie diejenigen der Durchsetzungsinitiative (Nichtbeachtung von persönlichen Verhältnissen) oder des Umsetzungsgesetzes (Nichtbeachtung von Strafmass, konkreter Schwere der Tat, Tatumständen und Verschulden), sind monströs und können niemals Recht sein! Der Volkswille ist zu beachten, sofern er im Einklang mit unserer Verfassung steht. Demokratie als Staatsform bedeutet Herrschaft des Rechts! Im Dienste dieser Herrschaft steht die Demokratie verstanden als Strukturprinzip.

Die Kerne der beiden Demokratien

Die Justiz darf die rigorosen Automatismen der Initiative oder des Gesetzes im konkreten Einzelfall nicht anwenden. Diese Automatismen anzuwenden würde ein pflichtwidriges Versagen der Justiz bedeuten, deren Aufgabe die Bändigung der beiden anderen Gewalten ist. Es ist besser, dies vor dem 28. Februar schon deutlich auszusprechen anstatt so zu tun, als könne das Volk in einem zivilisierten Staat absolutistisch schalten und walten. Viele «Bedenkenträger» sind sich gar nicht bewusst, wie oft und wo überall sie selber das reduzierte Demokratieverständnis der SVP bestätigen.

Auf diese Weise erobert man die Deutungshoheit darüber, was eine Demokratie ist, nicht zurück, sondern verharrt in einer ewigen Verteidigungsposition. In Erklärungsnot käme nämlich die SVP mit ihrem Angriff auf die Demokratie (verstanden als Staatsform), würde nicht unablässig ihr «republikanisches Demokratieverständnis» (Willkürherrschaft einer Mehrheit) affirmiert.

Die nächste Initiative, die nächste, wiederum indirekte, mit den Begriffen «fremde Richter» und «Selbstbestimmung» getarnte Angriffswelle auf unsere eigene Verfassung, auf unsere Demokratie, rollt ja hinter der Durchsetzungsinitiative in Gestalt der Selbstbestimmungsinitiative bereits an (die EMRK hat für uns die Funktion eines Verfassungsgerichts!). Wir stecken längst mitten in einer Verfassungskrise.

Diejenigen, die meinen, man müsse sich einer ebenso „einfachen Sprache“ wie die  SVP bedienen, um vom Bürger wieder verstanden zu werden, geben ebenfalls einem reduzierten Verständnis der Demokratie (verstanden als Strukturprinzip) Recht. Respektierung und «Ernstnehmen» des Bürgers erfordert den argumentbasierten Diskurs. Wer wie Blocher zu erwachsenen Menschen wie zu Primarschülern spricht, hat sie schon entmündigt. («Die Linken» haben es auch nicht verpasst, die Sorgen über die Ausländerkriminalität ernstzunehmen. Sie verpassen es nur immer wieder darauf zu beharren, dass die Ausländerkriminalität genauso ein Phantom ist wie beispielsweise die Landwirtekriminalität. Wer im Horizont dieses Diskurses stehen bleibt, schenkt der SVP die Deutungshoheit.)

Kern der Demokratie (verstanden als Staatsform) ist die Achtung vor jedem einzelnen Individuum. Dieses Prinzip greift die SVP mit der Abschaffung der Einzelfallgerechtigkeit und ihrer Zurückweisung der Herrschaft des Rechts frontal an. Und Kern der Demokratie (verstanden als Strukturprinzip) ist der argumentbasierte Diskurs (die deliberative Demokratie), nicht die Absonderung von Parolen und erst recht nicht die Verhetzung.

Die im öffentlichen Diskurs noch immer nicht explizit gemachte Frage lautet, ob wir den Liberalismus hochhalten oder in einen Republikanismus abgleiten wollen, in dem eine Mehrheit willkürlich über Minderheiten herrscht, zu denen man – Niemöller lässt grüssen – sehr schnell auch selbst gehören kann. Unsere Debatten müssen viel grundsätzlicher werden.

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4 Kommentare
  • Carlo Pellizzari
    Januar 25, 2016

    Wohl gesprochen und ich bin absolut einverstanden mit dem Artikel. Allerdings bin ich der Ansicht er richtet sich an die falschen Leute. Wer diese Sprache versteht muss nicht mehr überzeugt werden dass die DSI menschenverachtend und verfassungswidrig ist. Überzeugt werden müssen diejenigen die sich ihre Meinung mit Kurzmeldungen über die Kölner Silversternacht und ähnlichen Vorkommnissen bilden. Ich wünsche mir kurze prägnante Aufklärung mit praxisnahen Beispielen in Organen wie 20Minuten oder Blick am Abend, nicht weil ich deren Leser für dümmer halte sondern weil sie die Massen auf eine unterschwellige Atrt erreichen. Denn eines ist klar, die DSI wird nicht intellektuell sondern emotional entschieden. Karneval und Fasnacht stehen noch bevor und wenn nur eine Meldung über Taschenraub oder sexuelle Übergriffe durch „ausländisch aussehende Männer“ durch die Medien geht, wird die DSI beste Chancen haben angenommen zu werden.
    Es gibt nur einen Weg dieser elendig ständig wiederkehrenden Attacken auf die Menschenwürde seitens der SVP zu begegnen, (Volks-)Initiativen die in irgendeiner Form den Gleichheitsgrundsatz oder die Menschenrechte beeinträchtigen dürfen nicht mehr zugelassen werden.

    • Maggy
      Januar 31, 2016

      Carlo, so weh es auch tut, wir müssen den hassenden Hetzern mit einfachen „Schlagworten“ begegnen. Ich nehme aus Matthias‘ Texten die Gedanken und versuche sie entsprechend einzukleiden. Es ist super, dassvdu deine Gedanken wie im Vorschlag äusserst!

  • Martin Cesna
    Januar 31, 2016

    Ich bin da etwas nüchterner: Wenn die einfacheren Seelen und die patriotischen Schnelldenker unter sich sein wollen, müssen die komplexeren Seelen mit dem langsameren und komplexeren Gedankengang halt gehen.
    Da gibt es keine Gemeinsamkeiten. Da ist auch nichts zu überzeugen.
    (Vielleicht ist das ja viel symptomatischer für dieses Land, als man sich selber wahr haben möchte.)

    • Matthias Bertschinger
      Januar 31, 2016

      Diese Einfachheit, um sie einmal so zu nennen, ist doch zu weiten Teilen konstruiert. Wer Kurzfutter streut, erntet doch die Verblödung.

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